Wichtige pneumologische Krankheitsbilder

A. Asthma bronchiale:

Das Asthma bronchiale ist eine chronische Erkrankung mit einer entzündlichen Veränderung der ganz kleinen Atemwege. Die Erkrankung geht mit einer wiederkehrenden akuten Enge der Luftwege als Reaktion auf einen Reiz einher. Dieser kann von außen, durch allergieauslösende Stoffe oder Allergene, z.B. Pollen bedingt, oder von innen kommen. Die Erkrankung manifestiert sich oft bereits im Kindesalter, oft sind weitere Symptome vorhanden: Heuschnupfen der Neurodermatitis. Zur Therapie stehen verschiedene Sprays und Immunmodulatoren zur Verfügung. Die Behandlung muss im Rahmen von Kontrolluntersuchungen je nach Befinden und Befund der Lungenfunktion angepasst werden. Eine enge Anbindung an eine pneumologische Praxis und regelmäßige Kontrollen sind notwendig.

B. COPD:

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung ist eine vermeidbare Erkrankung. In nahezu allen Fällen tritt sie bei Rauchern auf. Es kommt zu einer meist anhaltenden Enge der Luftwege und nachfolgend einer Überblähung der Lunge. Lange Zeit bleibt dies unbemerkt, treten jedoch erste Symptome auf, sind die Atemwege und die Lunge bereits nicht umkehrbar geschädigt. Auch hier stehen verschiedene Sprays zur Verfügung. In einigen Fällen kann die Überblähung durch endoskopische Maßnahmen vermindert werden.

  • C. Lungenkrebs:
    Ist die tödlichste bösartige Erkrankung weltweit. Da auch hier die meisten Fälle mit dem Rauchen assoziiert sind, ist auch diese Erkrankung vermeidbar. Zu Symptomen kommt es erst spät, daher sind bei den meisten Patienten schon Absiedelungen vorhanden. Ohne Therapie verläuft die Erkrankung innerhalb weniger Wochen tödlich. Mit modernen Chemotherapien, die teilweise bestimmte molekulare „Schalter“ der Tumorzellen betätigen, lässt sich das Überleben auf viele Monate verlängern. Oft treten im Verlauf auch Probleme auf: Tumorwachstum in den Atemwegen, wiederkehrendes Rippfellwasser oder weitere Metastasen. In diesem Fall kann durch Interventionen die Lebensqualität wieder verbessert werden.

D. Pneumonie:

Die klassische Lungenentzündung ist weiter sehr häufig und verläuft teilweise sehr schwer und endet dann auch tödlich. Das rechtzeitige Erkennen und die Behandlung der bakteriellen Erreger ist überaus wichtig. Neben den Beschwerden sind auch das Röntgenbild der Lunge und Laboruntersuchungen entscheidend. Manchmal wird auch ein Krankenhausaufenthalt notwendig.

e. Tuberkulose:

Die Tuberkulose erlebt in den letzte Jahren eine richtige Renaissance. Durch Resistenzen der Erreger und die oft unerkannte Verschleppung können sich viele Menschen anstecken, die Therapie ist langwierig und muss gut überwacht werden. Bei gesunden Erwachsenen ist eine Ansteckung meist nicht möglich, jedoch kann ein geschwächtes Immunsystem dazu beitragen, dass sich die Erreger festsetzen oder aber wieder aktiv werden.

  • f. Schlafapnoe:
    Die Schlafapnoe, also das Aussetzen der Atmung während des Schlafes, ist oft mit Übergewicht vergesellschaftet. Dadurch kommt es während des Nachtschlafs zu einem Kollaps der oberen Atemwege. Häufige Symptome sind das Schnarchen, die Atemaussetzer und ein nicht erholsamer Nachtschlaf. Neben diätetischen Maßnahmen kommen verschiedene therapeutische Optionen wie Zahnschienen oder eine Maskenbeatmung (CPAP) zum Einsatz. Dazu notwendig ist eine Überwachung des Schlafes um die Diagnose stellen zu können.
  • g. Lungenembolie:
    Ein Verschluss der Lungengefäße durch ein Blutgerinnsel ist eine ernste Erkrankung. Zum einen wird das Herz stark belastet, zum anderen geht die Atemleistung der Lunge stark zurück. Bei großen Blutgerinnseln muss evtl. operiert oder das Gerinnsel durch Medikamente aufgelöst werden. Als Ursache findet man oft vorher eine Beinvenenthrombose. Auch gibt es Erkrankungen, die ein höheres Risiko für Gerinnsel bewirken. Da sie häufig bei bösartigen Krankheiten auftreten muss neben einer Hemmung der Gerinnung immer eine sogenannte Tumorsuche durchgeführt werden.

h. Lungenhochdruck:

Bedeutet einen erhöhten Blutdruck im kleinen Kreislauf , dem Lungenkreislauf. Hier ist der Druck normalerweise deutlich geringer, als im großen Kreislauf. Die Umkehr der Druckverhältnisse ist für das Herz eine große Belastung, es kann versagen. Ursache sind oft andere Lungenerkrankungen wie COPD, oder wiederkehrende Lungenembolien, aber manchmal bleibt die Ursache unklar, dann spricht man von idiopathischer pulmonaler Hypertonie. Man kann den Druck medikamentös senken.

i. Lungenfibrose:

Wenn das gesunde Lungengewebe durch Narbengewebe ersetzt wird, spricht man von einer Lungenfibrose. Der Übertritt von Sauerstoff aus der Lunge in den Blutkreislauf ist dann gestört. Manchmal ist eine chronische Schädigung der Lunge, z.B. durch Medikamente ursächlich. Auch hier wird durch die große Kapazität der Lunge die Diagnose erst spät gestellt. Häufig erstes Symptom ist ein langanhaltender Reizhusten oder Atemnot. Eine exakte Diagnose ist wichtig, um die richtige Therapie einleiten zu können.